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	<title>Patriarchat Sprachviefalt Pfeiffer| Lektorat – Korrektorat – Sensitivity Reading – Übersetzung (Englisch &amp; Französisch)sprachvielfalt-pfeiffer.de</title>
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	<title>Patriarchat Sprachviefalt Pfeiffer| Lektorat – Korrektorat – Sensitivity Reading – Übersetzung (Englisch &amp; Französisch)sprachvielfalt-pfeiffer.de</title>
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		<title>Was ist Sensitivity Reading?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SaraPfeiffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Dec 2025 09:20:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sensitivity Reading]]></category>
		<category><![CDATA[diskriminierungsfreie Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[FLINTA*]]></category>
		<category><![CDATA[Lektorat]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Queerness]]></category>
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					<description><![CDATA[Designed by Freepik Wörtlich übersetzt bedeutet Sensitivity Reading so viel wie: &#8220;Gegenlesen bei sensiblen Themen.&#8221; Viele Autor*innen möchten Diversität in ihre Texte einbringen und marginalisiert Gruppen repräsentieren. Doch über Erfahrungen und Realitäten zu schreiben, die sich außerhalb der eigenen Zugehörigkeit befinden, fällt oft schwer oder scheint sogar unmöglich zu sein, ohne dabei in Klischees oder [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://sprachvielfalt-pfeiffer.de/wp-content/uploads/2025/12/2570279-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-888" srcset="https://sprachvielfalt-pfeiffer.de/wp-content/uploads/2025/12/2570279-980x980.jpg 980w, https://sprachvielfalt-pfeiffer.de/wp-content/uploads/2025/12/2570279-480x480.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.freepik.com">Designed by Freepik</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wörtlich übersetzt bedeutet Sensitivity Reading so viel wie: &#8220;Gegenlesen bei sensiblen Themen.&#8221;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Autor*innen möchten Diversität in ihre Texte einbringen und marginalisiert Gruppen repräsentieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch über Erfahrungen und Realitäten zu schreiben, die sich außerhalb der eigenen Zugehörigkeit befinden, fällt oft schwer oder scheint sogar unmöglich zu sein, ohne dabei in Klischees oder Stereotypisierungen zu rutschen. Ohne eigene Referenz sind die Gefühlswelten und Erfahrungen der marginalisierten Gruppen schwer in Worte zu fassen. Auch authentische Charakterdarstellungen fallen oft unbemerkten Mikroaggressionen oder unbemerkt abwertenden Formulierungen zum Opfer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sensitivity Reader*innen sollten zur marginalisierten Gruppe gehören. Einem weißen Cis-Mann einen Sensitivity Read über FLINTA* anzuvertrauen, bringt ebensowenig Erfolg wie mir als weißer FLINTA* einen Text über Schwarze Personen zum Sensitivity Read in Auftrag zu geben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist ein Sensitivity Read?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Sensitivity Read überprüfe ich deinen Text oder deinen Film auf verletzende und missverständliche Darstellungen und Ausdrucksweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Sensitivity Read ist also ein Lektorat mit Schwerpunkt auf diskriminierungssensible Sprache. Bei einem Sensitivity Read achte ich also besonders auf Stereotypisierungen von FLINTA*, abwertende Formulierungen und Mikroaggressionen. Ebenso wie bei einem regulären Lektorat werde ich aber nicht in deinen Text eingreifen, sondern dich mit Kommentaren auf problematische Stellen hinweisen und dir Tipps zur Umformulierung geben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sind Mikroaggressionen, Stereotypisierungen und abwertende Formulierungen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mikroaggressionen sind nett gemeinte Äußerungen, die aber eine diskriminierende oder vorurteilshafte Aussage besitzen. Während man klischeehafte Darstellungen sehen kann, befinden sich Mikroaggressionen zwischen den Zeilen. Sie sind dazu da, um Menschen auszugrenzen oder fremd zu machen, auch wenn sie wohl gemeint sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage &#8220;Woher kommst du?&#8221;, wenn die Herkunft gemeint ist und man das fremde Aussehen einer Person nicht zuordnen kann, ist eine Mikroaggression. Die Aussage &#8220;Ich sehe keine Farben&#8221;, wenn damit Hautfarben gemeint sind, spielt die Identität und Erfahrungen von BI_PoC runter ebenso wie Rassismus. &#8220;Für eine Frau bist du aber klug.&#8221; Was zunächst wie ein Kompliment klingt, ist in Wahrheit eine Mikroaggression, denn impliziert ist, dass Frauen im Allgemeinen weniger intelligent sind als Männer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stereotypisierungen sind klischeehafte Darstellungen von Menschen und Menschengruppen. Hierunter fällt zum Beispiel der Orientalische Teppichhändler, die Lesbe, die als KfZ-Mechanikerin arbeitet, oder die Vietnamesische Blumenverkäuferin. Auch dicke Frauen werden oft in fürsorgliche Rollen gesteckt, während schlanke Frauen als Sexbomben gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bezeichnungen &#8220;Kampflesbe&#8221;, &#8220;Leckschwester&#8221; oder &#8220;an den Rollstuhl gefesselt&#8221; sind abwertende Formulierungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein*e Sensitivity Reader*in gehört der betroffenen Gruppe an (jemanden im engen Verwandten- oder Bekanntenkreis zu haben, reicht nicht aus) und spürt diese problematische Formulierungen auf. Als studierte Übersetzerin und freie Lektorin, alleinerziehende Mutter und queere Frau und Opfer von sexualisierter Gewalt habe ich mich auf Sensitivity Reads spezialisiert, die ebendiese Themen genau unter die Lupe nehmen.</p>
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		<title>Schlagwortkorso nebst Tagebuch einer Teenagerin</title>
		<link>https://sprachvielfalt-pfeiffer.de/2025/12/28/nackt-von-jennifer-weist/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SaraPfeiffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Dec 2025 11:39:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherecke]]></category>
		<category><![CDATA[Sensitivity Reading]]></category>
		<category><![CDATA[Ableismus]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Internalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Jennifer Weist]]></category>
		<category><![CDATA[Lektorat]]></category>
		<category><![CDATA[Nackt]]></category>
		<category><![CDATA[Narrativ]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen den Zeilen]]></category>
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					<description><![CDATA[Laut. Schonungslos. Feministisch. Wenn eine Frau mit zwanzig Jahren Bühnenerfahrung ihre eigene Geschichte erzählt und das Buch dann auch noch „Nackt&#8221; nennt, stellt sich bei mir sofort eine Erwartungshaltung ein: Dieses Buch kann nur auf Sex, Drug&#8217;s and Rock&#8217;nRoll herauslaufen. Und das tut es auch – und noch viel mehr. Jennifer Weist liefert die versprochene [&#8230;]]]></description>
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<h1 class="wp-block-heading">Laut. Schonungslos. Feministisch.</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn eine Frau mit zwanzig Jahren Bühnenerfahrung ihre eigene Geschichte erzählt und das Buch dann auch noch „Nackt&#8221; nennt, stellt sich bei mir sofort eine Erwartungshaltung ein: Dieses Buch kann nur auf Sex, Drug&#8217;s and Rock&#8217;nRoll herauslaufen. Und das tut es auch – und noch viel mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jennifer Weist liefert die versprochene Enthüllung allerdings nicht nur in Form von bloßem Exhibitionismus, obwohl sie auf der Bühne gern mal blank zieht und das (zurecht) als feministischen Akt bezeichnet. „Nackt&#8221; ist viel mehr als blanke Brüste, es ist ein zersplitterter Spiegel. Die Frontfrau von Jennifer Rostock, die als Solokünstlerin unter dem Namen Yaenniver ihr erstes Soloalbum mit gleichnamigen Titel wie das Buch veröffentlich hat, entblößt sich auf 384 Seiten Prosa: Neben Sex ohne Ende, Drogenexzessen und Polyamorie als Beziehungsmodell zieht sich vor allem ein Kindheitstrauma wie ein dunkler, wabernder Faden durch ihr Buch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Feminismus als Maske und Manifest</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weists Feminismus pulsiert durch jede Zeile: Sie appelliert an LGBTQ+-Solidarität, räumt mit Diskriminierung auf und thematisiert Machtmissbrauch in der Musikindustrie: vom ersten Manager-Übergriff bis zu Fan-Attacken, die sie selbst einst spiegelte. Frühe Jennifer-Rostock-Shows, bei denen sie Männer fesselte und ihnen ungefragt in den Schritt griff, werden zur reflexiven Doppelmoral: „Nicht verurteilt, weil Frauen“, gesteht sie. Sie versucht einen feministischen Umschwung von der Rampensau zum Rolemodel, das Normschönheit und Sexismus enttarnt. Polyamorie als „konsensuelle Nicht-Monogamie“ wird zur Freiheit jenseits patriarchaler Monogamie. Sie wirkt belehrend gegen Vorurteile und scheint sich doch zu rechtfertigen, als müsse sie ihre Lust vor ihrem inneren Richter verteidigen.<a href="https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/Jennifer-Weist-Nackt-Mein-Leben-zwischen-Zeilen,weist102.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a>​ Dabei schreibt Weist zuweilen selbst über die Problematik der Internalisierung, sei es nun internalisierte Misogynie, Queerfeindlichkeit oder internalisierter Rassismus. Ihre eigene Internalisierung scheint sie selbst noch nicht ganz losgeworden zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Einsatz wirkt teilweise formelhaft: Der Schlagwort-Korso wirkt überzeugend gegen Sexismus, Ableismus. Es ist Feminismus aus dem Handbuch, der Authentizität vortäuscht von einer weißen, schlanken, heterosexuellen Frau, die in ihrem Leben einige Privilegien genießt. Ihre Haltung gegen Rassismus und Queerfeindlichkeit feiere ich sehr, doch ihre Erzählweise ist schwach und liest sich wie das Tagebuch einer Teenagerin.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="der-riss-trauma-als-feministischer-ursprung">Der Riss: Trauma als feministischer Ursprung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Triggerwarnungen, eine ganze Seite Grausamkeiten, weisen auf ihren Kern: Als Sechsjährige wurde sie vom Bekannten der Mutter missbraucht. Die Erinnerungen daran, die sie zunächst verdrängt hatte, werden im Teenagerinnenalter wieder hochgespült. Dieser Bruch erklärt die Masken und den Drang zur Nacktheit als Therapieersatz. Sexualisierte Gewalt als roter Faden, von der Kindheit zu Übergriffen in der Musikindustrie, wo Weist vieles stumm hinnahm, um zu überleben. „Nackt“ ist Selbstheilung. Es ist feministisch radikal und kehrt die Scham erfolgreich um. „Die Scham muss die Seite wechseln.&#8221; „Nackt&#8221; ist ein MeToo-Manifest, das mutig private Wunden politisiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während viele sie als „männerhassende Zecke&#8221; bezeichnen, bewundere ich Jennifer Weist für ihren Mut und ihren Einsatz. Denn auch sie hat bemerkt, wie anstrengend und zermürbend der Kampf gegen das Patriarchat ist. Auch sie würde manchmal am liebsten alles hinschmeißen und wieder „ignorant&#8221; sein wie früher. Doch dann fällt ihr wieder ein, wofür sie das tut, auch wenn sie nach eigener Aussage die Ergebnisse ihres Kampfes nicht mehr miterleben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir geht&#8217;s manchmal ganz genauso, Jennifer. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Lese-Empfehlung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Nackt“ scheitert literarisch am Formelhaften, gewinnt aber als rohes Manifest. Es ist ein Buch, das wehtut, weil es die Wunde nicht heilt, sondern ausstellt. Weist bleibt laut, verletzt und sucht nach der Sprache, die ihre Wahrheit trägt. Sie ist eine Ally, die ihre Privilegien sieht, ihre Fehler eingesteht und es nun besser machen will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von mir gibt es eine klare Lese-Empfehlung für dieses Buch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du dir dieses Buch kaufen möchtest, schau doch mal bei <a href="https://buchnah.de">https://buchnah.de</a> vorbei. Auf dieser Website kannst du nach unabhängigen Buchhandlungen in deiner Nähe suchen.</p>
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